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Pydna Im Hunsrück: von Atomraketen zur Nature One
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Ostermarsch der Hunsrücker Friedensbewegung auf dem Marktplatz in Kastellaun
Pydna & Friedensbewegung

Demonstrationen, Raketen, Ostermärsche und eine Menschenkette

Rund um die Atomraketenstation Pydna war in den achtziger Jahren einiges los. Wer hat mitgemacht – und warum? Wie war die Friedensbewegung organisiert? Wie wurden Entscheidungen getroffen? Was war im Hunsrück anders? Und was davon kann heute noch Anregung sein?

Ostermarsch 1982 im Hunsrück
Ostermarsch 1982 im Hunsrück
Blockade eines Tores der Raketenstation Pydna
Blockade des Pydna-Haupttors durch die Friedensbewegung

Zeitleiste

  • 1979

    NATO-Doppelbeschluss

    Am 12. Dezember beschließen die Außen- und Verteidigungsminister der NATO die „Nachrüstung“: 108 Pershing II und 96 Marschflugkörper sollen in der Bundesrepublik stationiert werden.

  • 1983

    Die Geheimhaltung platzt

    Auf Seite 609 eines frei zugänglichen Berichts des US-Repräsentantenhauses (H.R. 1816) steht der Ort Wüschheim als Operationsbasis für Cruise Missiles. Der US-Bürokratie war beim Löschen der Ortsnamen ein Fehler unterlaufen.

  • 1984

    Die Dörfer sagen Nein

    Am 8. Februar veröffentlicht die Hunsrücker Zeitung einen offenen Brief von 171 Beller Bürgerinnen und Bürgern. Im März lehnen die Gemeinderäte von Hasselbach und Bell die NATO-Baumaßnahmen einstimmig ab – Verteidigungsminister Wörner weist den Einspruch zurück.

  • 1986

    180.000 im Hunsrück

    Im Oktober demonstrieren zwischen Hasselbach und Bell 180.000 Menschen. Die Polizei gibt das Motto „Gewaltfrei im Hunsrück“ aus und bleibt weitgehend unsichtbar. Keine Festnahmen, keine Verletzten. Im November folgen Sitzblockaden an den Raketentoren.

  • 1986

    Bunkerbau GAMA

    Die Firma BUDAU aus Idar-Oberstein baut für rund 40 Millionen DM sechs Bunkereinheiten. Fertigstellungstermin: 31. Dezember 1986. Für jeden Tag Verzug: 40.000 DM Strafe.

  • 1987

    Stationierung – und der INF-Vertrag

    Anfang des Jahres beginnt die offizielle Stationierung. Im Dezember unterzeichnen Ronald Reagan und Michail Gorbatschow den INF-Vertrag über die Abrüstung der Mittelstreckenraketen.

  • 1988

    Ein Agent im Nachbardorf

    Das Hunsrück-Forum berichtet über eine abgeschirmte Villa in Altstrimmig. Eine Briefkastenfirma lässt anwaltlich die Veröffentlichung eines Fotos untersagen – der Beginn des Falls Werner Mauss.

  • 1991

    Die Marschflugkörper verschwinden

    Bis zum 1. Juni 1991 müssen nach dem INF-Vertrag alle landgestützten Mittelstreckensysteme vernichtet sein. Die Raketen verlassen den Hunsrück, die Bunkeranlagen bleiben stehen.

  • 1993

    Ende der Raketenzeit

    Am 31. August übernimmt die Standortverwaltung Kastellaun das Gelände von den US-Streitkräften.

  • 1995

    Sitzblockaden sind keine Nötigung

    Das Bundesverfassungsgericht entscheidet gegen die frühere Rechtsprechung. Alle im Hunsrück Verurteilten werden freigesprochen und entschädigt.

  • 1996

    Aus der Raketenbasis wird ein Festivalgelände

    Die Nature One, ein Jahr zuvor noch auf dem Flughafen Hahn gestartet, zieht auf das Gelände der ehemaligen Raketenbasis. Seither wird dort gefeiert, wo die Cruise Missiles standen. Der Bericht dazu.

  • 2016

    Panama Papers und Schwärzungen

    Nach der Veröffentlichung der Panama Papers fordern Münchner Anwälte im Auftrag von Werner Mauss, zehn Stellen eines Hefts des Hunsrück-Forums von 1991 zu löschen – 25 Jahre später. Die CDU Rheinland-Pfalz räumt verdeckte Spenden ein.

  • 2018

    Zeitzeugen erinnern sich

    Die ARD-Dokumentation „Als Atombomben Deutschland veränderten“ und ein zweiteiliger Zeitzeugenfilm der Hunsrücker Friedensinitiativen lassen die Jahre noch einmal lebendig werden.

  • 2024

    Die Debatte kehrt zurück

    Am Rande des NATO-Gipfels in Washington kündigen die USA und Deutschland an, ab 2026 wieder weitreichende Waffen – darunter Tomahawk-Marschflugkörper – in Deutschland zu stationieren.

Alle Beiträge zur Friedensbewegung

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13. Juli 2024
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Ab 2026 sollen wieder weitreichende Waffen in Deutschland stationiert werden. Die Parallelen zu den 1980er Jahren sind unübersehbar.

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Eines der besten Interviews zur Einschätzung der Situation rund um den Krieg in der Ukraine! Absolut sehenswert. Andreas Zumach ist ein grandioser Journalist mit …

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Samstag, 3. November 2018 16-21 Uhr Bürogemeinschaft, Walpodenstr. 10, Mainz Der Rahmen ist eher klein, schreibt Harald Gewehr. Etwa 50 Leute werden in den Raum …

24. Oktober 2018
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Clemens Ronnefeldt, Referent für Friedensfragen beim deutschen Zweig des internationalen Versöhnungsbundes zieht die Verbindung zwischen Blockaden der …

27. September 2018
Hunsrücker Friedensbewegung: Zeitzeugen (Trailer)
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In den 1980-er Jahren bewegte die Stationierung von atomaren Marschflugkörpern in der Nähe von Hasselbach die Menschen im Hunsrück. Hier auf der Pydna, wo heute …

21. Juli 2018
Als Atomraketen den Hunsrück veränderten
Friedensbewegung

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Ausschnitte aus der ARD-Dokumentation von Andreas Orth – und die Frage, was von der Friedensbewegung geblieben ist.

21. Juli 2018
Gewaltfrei im Hunsrück – eine Alternative zu Hamburg
Friedensbewegung

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Nach dem G20-Gipfel 2017 erinnerte DER SPIEGEL an eine Demonstration im Hunsrück: 180.000 Menschen, kaum sichtbare Polizei, kein Wasserwerfer. Clemens Ronnefeldt über das, was damals anders lief.

6. August 2017
Feiern, leben, lieben – herzlich willkommen
Friedensbewegung

Feiern, leben, lieben – herzlich willkommen

Auf dem Gelände der Raketenbasis wird heute gefeiert. Fotos von Werner Dupuis aus der Zeit, als hier noch demonstriert und blockiert wurde.

31. Juli 2017
Friedensbewegung

Frieden braucht Bewegung: Videos von der Großdemo 1986

+++ streng geheim +++ Akte Wippermann, 1985

11. Juli 2017
Pydna: Cruise-Missile-Stationierung im Hunsrück
Friedensbewegung

Pydna: Cruise-Missile-Stationierung im Hunsrück

Wie zwischen Bell und Hasselbach die größte Baustelle des Hunsrücks seit dem Zweiten Weltkrieg entstand – und warum die Bevölkerung darüber nichts erfahren sollte. Ein Bericht aus der Perspektive des Frühjahrs 1986.

16. Oktober 2015
Friedensbewegung

Ostermarschrede von Clemens Ronnefeldt, München 2015

Die vollständige Rede beim Ostermarsch in München am 4. April 2015: über Gerechtigkeit, die Ukraine, den Nahen Osten und das, was jede und jeder tun kann.

6. April 2015